Die Könige und das Beste der 50er-, 60er- und 70er-Jahre

Schlagerkompottt mit den Geschwistern Pfister im Bonner Pantheon - und der Präsi kannte alle Texte!

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Könige Siegar: Kabarett im Pantheon, Fpto: Carsten Seim

Samstag. 21. März: Könige & Friends im Pantheon. Gegeben wird eine 50er- und 60er-Jahre Revue der Geschwister Pfister. Kennen Sie nicht? Toni Pfister (Tobias Bonn) und seine bulgarische Ehefrau, Fräulein Schneider (Andreja Schneider) sowie Ursli Pfister (Christoph Marti) mit amerikanischem Akzent spielen zum Einstieg eine Ruhrpott-Familie, die mit dem Käfer über den Brenner nach Bella Italia fährt. Nostalgie und teilweise groteske Parodie inklusive. Immer mit einen Schuss Liebe für die kleinen Sehnsüchte der Nachkriegsdeutschen, die zur Sonne strebten (und heute per Ferienflieger rund um den Globus düsen – ob das schöner ist als damals?). Rita Pavones und Peter Alexanders „Komm ein bisschen mit nach Italien“ inklusive.

Die Idee hatte der Bauer der vergangenen Session, Stephan Römer, im Hauptberuf Notar in Troisdorf. Er lud ein, und ein Bus voller Gäste aus Sieglar fuhr ins Pantheon und wieder zurück, Plätze ganz vorn an der Bühne. Und damit alle Beteiligten wissen, was Sie da gesehen und genossen haben: Die Pfisters wurden mit dieser Kleinkunst-Revue in Zürich und in Berlin gefeiert. So war es auch im Pantheon. Die Stimmung schwankte zwischen gerührter Nostalgie und lachender Euphorie, zum Beispiel als Fräulein Schneider bis zur Unkenntlichkeit maskiert als nicht eben anziehendes Klischee eines italienischen Pizzabäckers auf der Bühne erschien.

Die Performance war gespickt mit Kopfkino-Klassikern: Katja Ebstein alias Toni mit den Wundern, die es immer wieder gibt, eine wahrlich köstliche Nana Mouskouri-Parodie mit weißem dramatisch wehenden Gewand und dem sehnsuchtsvollen Ruf nach weißen Rosen aus Athen, sowie Maffays „Es war Sommer“. Wir sahen einen mitsingenden Könige-Präsidenten. Eingeweihte wissen natürlich, dass Stephan Offermanns, Prinz 2013/2014, nicht nur bei Karnevalsliedern textfest ist.

„Über zwei Dekaden und zehn Programme gibt es inzwischen die immer noch fröhlich-frechen herrlich helvetisch-Las-Vegas-falschen Geschwister Pfister mit dem angeheirateten Fräulein Schneider aus Sofia, Bulgaria“, schrieb die WELT über das Trio und nennt die Pfisters „Leuchttürme metropolitaner Kleingroßkunst“. Die Neue Zürcher Zeitung über dieses köstliche Trio: „Lässig und gleichzeitig gekonnt hangeln sich die drei von Ohrwurm zu Ohrwurm und wippen dazu kokett mit den Hüften und sonstigen Körperteilen.“

Es ist nicht einfach Nostalgie, was hier präsentiert wird. Auf eine wunderbare und sehr liebevolle Weise ist es Parodie, die auch Fans des alten Lied- und Kulturgutes, das hier präsentiert wird, nicht verletzt, sondern aufs Beste unterhält und amüsiert. Man spürt einfach die Liebe der falschen Pfister-Geschwister zum gewählten Sujet.

PS: Schade, dass es das Pantheon bald nicht mehr geben wird ... Der Mietvertrag ist zum Juni 2016 gekündigt. Wenn kein neuer Standort gefunden wird, geht in Bonn ein Stück Brauchtum verloren.

PPS: Ach ja, Danke Stephan Römer, dass Du uns mit den Geschwistern Pfister bekannt gemacht hast. Und Danke an die Pfister-Sisters für diesen wunderbaren Abend!

Fotos: Carsten Seim für den Gastgeber Stephan Römer und alle, die an diesem Abend da waren

Könige Siegar: Kabarett im Pantheon, Fpto: Carsten Seim

Könige Siegar: Kabarett im Pantheon, Fpto: Carsten Seim