Könige vom Pompe Jupp haben einen Jubiläumskönig!

Unternehmen unseres Kaffee-Adjutanten Wolfgang Schmitz-Mertens ist 150 Jahre jung

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Königen vom Pompe Jupp Sieglar: Wolfgang Schmitz-Mertens: 150. Jubiläum

1863 haben die Ahnen von Wolfgang Schmitz-Mertens in einem Spicher Kolonialwarengeschäft mit dem Rösten ihres köstlichen Schmitz-Mertens-Kaffee begonnen. In der nun 5. Generation produziert Wolfgang Schmit-Mertens in einem Industrie-Denkmal Premium-Kaffee. Als Berichterstatter der Könige vom Pompe Jupp habe ich mir erlaubt, im neuen IHK-Magazin, Ausgabe November, einen Artikel über diesen Familienunternehmer zu schreiben. Familienunternehmer sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ein Beispiel dafür findet sich im Gewerbegebiet Oberlar. An dieser Stelle darf ich Könige-Präsident Stephan Offermanns zitieren: "Happy Jubiläum, lieber Wolfgang! Wir freuen uns auf die Session mit Dir!" Zu sehen ist unser Kaffeekönig hier als Adju mit seiner Ehefrau und Prinzenführer Heinz Wäldl bei der Vorstellung des neuen Sieglarer Dreigestirns. Schmitz-Mertens Alaaf! Wir Könige sind stolz, dass Du bei uns bist!

Carsten Seim für die Könige vom Pompe Jupp e. V. Sieglar

Königen vom Pompe Jupp Sieglar: Wolfgang Schmitz-Mertens: 150. Jubiläum

Könige-Dokument: 

Von der Faszination, in einem Denkmal köstlichen Kaffee zu rösten

Wolfgang Schmitz-Mertens (45) ist einer dieser Unternehmer, die nach dem Urteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ darstellen: Er ist ein Familienunternehmer. Er repräsentiert die fünfte Generation einer Kaffeeröster-Dynastie, die 1863 in einem Kolonialwarengeschäft im Troisdorfer Ortsteil Spich ihren Anfang nahm. 150. Jubiläum feiert das Unternehmen in diesem Jahr. Ein Veteran der Gründerzeit.

Bis heute hat Wolfgang Schmitz-Mertens sein Büro im 1913 fertiggestellten denkmalgeschützten Fabrikgebäude. Wer ihn besucht, fühlt sich zunächst auf wunderbare Weise in die Vergangenheit befördert. Vor dem Chefbüro Stahlrohrmöbel aus den 60iger-Jahren, man hört die alten Rechenmaschinen im Kopf noch rattern. Er selbst sitzt hinter dem schweren dunkelbraunen Eichenschreibtisch seines Großvaters Heinrich. Der Laptop und der jugendliche Auftritt des Kaffeefabrikanten verweisen darauf, dass hier aber nicht nur Traditionspflege betrieben wird. Die Kaffeerösterei Schmitz-Mertens & Co. KG ist ein hochmodernes Unternehmen mit computergesteuerten Produktionsabläufen.

Sie setzt pro Jahr rund fünf Millionen Euro um und beschäftigt 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Typisch für Familienunternehmen sind lange Betriebszugehörigkeiten.

Wie hat sich dieser Betrieb im harten Wettbewerb sinkender Kaffeepreise bei Massenmarken behaupten können? Wie hat er das Sterben der kleinen Einzelhändler in den 60er-Jahren überlebt? Und zwei Weltkriege.

„Wir bedienen mit unserem Kaffee Kunden, die noch das Echte suchen und profitieren von einem Trend zur Individualisierung“, sagt Schmitz-Mertens. Das ist eine Kundengruppe, die zum Beispiel auch die Marke Manufaktum bedient. Und worin genau liegt der Unterschied? Man könnte nun sicher vieles über Bohnensorten und Herkunftsländer erzählen. Das ist das, was den Unternehmer so fasziniert. „Kaffee ist ein interkulturelles Produkt.“ Ein entscheidender Unterschied eint aber alle Schmitz-Mertens-Produkte: Massenkaffee wird vielleicht zweieinhalb Minuten bei über 350 Grad schnellgeröstet. Schmitz-Mertens: „Viele Aromen entfalten sich dabei gar nicht.“ Kaffee aus seiner Fabrik reift nach alter Tradition (aber computergesteuert) 12 bis 18 Minuten bei 200 Grad in der Rösttrommel. Das ist teurer, hat aber ein genussvolleres Ergebnis.

Damit hat sich Schmitz-Mertens vor allem im hochwertigen Außer-Haus-Konsum in Hotels und der gehobenen Gastronomie platziert. Und natürlich bei den bereits erwähnten Kunden, die das Individuelle suchen. „Aus dem Einzelhandel sind wir bereits in den 60er-Jahren herausgegangen, als der Preiskampf der Supermärkte begann“, sagt er und weiß, dass auch andere kleinere Röstereien diesen Weg gegangen sind und damit überlebt haben.

150 Jahre, zwei Weltkriege, hurra wir leben noch. Das hat auch mit dem Mut des Großvaters Heinrich zu tun. Als die Fabrik am 26. März 1945 auf Anweisung des Oberlarer Ortsgruppenleiters zerstört werden sollte, schickte dieser den Sprengstoff-Waggon wieder weg. Den Zerstörungsbefehl bewahrt Wolfgang Schmitz-Mertens bis heute in seinem Büro auf. Den Mut seines Familienunternehmer-Vorfahrens hätte dieser auch mit dem Leben bezahlen können.

Etwas anderes als selbst Kaffeeröster zu werden, hätte sich Wolfgang Schmitz-Mertens kaum vorstellen können. „Vielleicht noch irgendetwas im Musikmarketing – mein Vater hat mir damals völlig freie Wahl gelassen.“ Der Dipl.-Kaufmann mit Ausrichtung Marketing entschied sich dafür, das Unternehmen weiterzuführen. Darauf hatte er sich systematisch bei einem anderen Kaffeeröster vorbereitet. Schon mit 29 Jahren, nach dem Tod des Vaters Werner Schmitz-Mertens, übernahm er unternehmerische Verantwortung – zunächst noch mit dem Onkel an seiner Seite. Seit 2002 ist er alleiniger Chef.

Seit dem vergangenen Jahr laufen Modernisierungsarbeiten in den alten Fabrikgebäuden. Sie mussten und müssen im Rahmen des Denkmalschutzes an die Anforderungen moderner Produktionsanlagen angepasst werden. Schmitz-Mertens: „Dieser Umbau ist ein fließender Prozess. Es ist ein bisschen wie bei einem Oldtimer. Wenn man mit Reparaturen anfängt, kommen immer auch noch Sachen zum Vorschein, mit denen man nicht gerechnet hat.“

Ein Gewerbebau auf freiem Feld wäre da sicher einfacher zu handhaben. Aber Wolfgang Schmitz-Mertens ist eben ein Familienunternehmer!

Carsten Seim für die Schmitz-Mertens & Co. KG

(und an dieser Stelle als stolzer Vereinsfreund von Wolfgang Schmitz-Mertens)