Löörer Oohs: Der Nubbel brannte wieder einmal

Könige vom Pompe Jupp, Hoofe und Bombelinos inszenierten Spektakel

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Kurioses Treiben vor dem Löörer Oohs am Abend des Veilchendienstages, 25. Februar: Vermummte trugen eine auf einem Stuhl festgebundene Strohpuppe zum Sieglarer Marktplatz. Der Nubbel sollte brennen. Die Könige vom Pompe Jupp gingen gemeinsam mit Angehörigen der Bombelinos und des Hoofe volle Lööre diesem traditionellen Ritual nach. Vorbeter war Rolf Schumacher mit Co-Vorbeter Holger Wirtz, Sieglarer Prinz der Session 2019. Es war die sechste Zeremonie dieser Art in Loor.



Was es mit dem Brauch auf sich hat? Den Nubbel und seine Verbrennung gibt es in Köln laut Internetportal www.koelner-karnval.info seit 1913 : „Mit dem Nubbel gehen auch alle Sünden der närrischen Zeit in Flammen auf. Ursprünglich sollen die Kölner ihn Zacheies gerufen haben. Das ist die kölsche Form des hebräischen Namens Zachäus oder Zakchäus („Der Reine“)."



Seit den 50er-Jahren wird er „Nubbel“ genannt. Ausgestellt wurde diese Puppe zu Beginn der Kirmes auf dem Festplatz (auf einer Stange) oder an Wirtshäusern, wo der Kirmesball stattfand. Zum Ende der Kirmes verbrannt man sie. Weiter heißt es auf der vorgenannten Webseite: "In diesem Brauch klingt noch der uralte mystische Volksglaube mit, dass durch die Verbrennung = Bestrafung einer Opfer- oder Sühnegestalt (= Sündenbock) alle Sünden der Gemeinschaft einem Einzelnen aufgebürdet werden, um die Gemeinschaft zu entlasten. Nicht wir sind schuld, sondern der „Nubbel“, der Niemand, der Irgendwer."



Um 21.30 Uhr brannte er dann. Nubbel-Witwe mit schwarzem Hütchen und Trauerschleier war Michaela Klein.
Fotos: Steffi Zobe